Grenzen überwinden - Projekttage an der ERS Wadern
Im Rahmen ihres
Saarlandprojektes besuchten Schüler der Erweiterten Realschule Wadern
die Steine an der Grenze bei Merzig. Wir Saarländer sind an Grenzen zu Hause. Diese
Realität sollten die Schüler der Klassen 6b und 7b mit
ihren Klassenlehrerinnen Petra Fontaine und Ruth Gärtner
während der Projekttage der Erweiterten Realschule Wadern einmal an einem Ort der Kunst
erleben. Fast symbolisch wirkte der spielerische Versuch einiger sportlicher Jungen und
Mädchen, das Grenzdach eines besonders schönen Steines an der Grenze zu erklimmen, um
auf die andere Seite zu gleiten. Die Skulptur des Saarbrücker Künstlers Thomas
Wojciechowiez (Foto) besteht aus zwei Sandsteinplatten, die ein Dach über einen
Grenzstein von 1830 legen. Eines Tages soll dieses Dach verwittert zusammenstürzen und
den Grenzstein unter sich begraben. Wo ist überhaupt Deutschland und wo Frankreich,
wollten die Schüler wissen. Da, wo sich in alle Himmelsrichtungen schrankenlos eine
wundervolle Hügellandschaft erstreckt, wirkt der Gedanke einer Grenze in der Tat
unnatürlich. Einige Autos passieren, solche mit deutschen und solche mit französischen
Kennzeichen. Nichts scheint selbstverständlicher. Kein Wunder, dass die junge Generation
sich keinen Krieg, keine Barriere mehr zwischen dem Saarland und seinen Nachbarn
vorstellen kann. Aber dieser Ort erinnert zwangsläufig, wirbt für das Überwinden der
Grenzen durch ein großartiges Kunstgeschenk, das in poetischer wie auch robuster Weise
Grenzerfahrung vermittelt. Die unterschiedlichen Gesteinsarten, Eckiges und Rundes, das
Spiel mit Licht und Schatten oder der tönende Menhir wurden von den Schülern
fotografisch und in Skizzen festgehalten. Alle waren begeistert von den Ideen der
Künstler, wie auch von dem friedlichen Marsch über den Weg an einer Grenze, die in den
Köpfen kommender Generationen offenbar immer mehr verblasst. Und das sollte uns alle
begeistern.