Erstmals findet am 1. Juni eine LAN-Party an der Schule statt
Neue Wege im Umgang mit dem Computer geht die ERS Wadern. Dort findet in Kürze eine LAN-Party für die Schüler statt. Dabei können die Teilnehmer sich untereinander in PC-Spielen messen.
Von
SZ-Redakteur Christian Beckinger
Wadern. Neue Wege im schulischen Umgang mit dem Computer geht die Erweiterte Realschule (ERS) Wadern: Dort findet in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni von 20 Uhr am Freitagabend bis neun Uhr am Samstagmorgen erstmals eine LAN-Party für die Schüler ab Klassenstufe sieben statt. Dabei werden sich die Teilnehmer gemeinsam über ein von der Schule aufgebautes lokales Netzwerk (Local Area Net-work, LAN) mit Computerspielen beschäftigen. LAN-Partys sind gerade bei jugendlichen PC-Spielern beliebt, im kommerziellen Rahmen organisierte Veranstaltungen dieser Art haben mitunter mehrere 1000 Teilnehmer.
Wir wollen beweisen, dass man auch pädagogisch sinnvoll mit Computerspielen umgehen kann."
Ferdinand Heyer, Schulleiter Der Ansatz der Waderner Schule ist allerdings ein anderer. Schulleiter Ferdinand Heyer: Wir wollen beweisen, dass man auch pädagogisch sinnvoll mit Computerspielen umgehen kann." Denn es werden, wie der für das Projekt verantwortliche Lehrer Marc Gothe erläutert, in dieser Nacht keine Baller- oder Gewaltspiele gespielt, sondern Strategie- und Rollenspiele, die aus pädagogischer Sicht sinn- und wertvoll erscheinen. Allerdings haben wir als schlichtes Spaßspiel, das auf simple Weise unterhält, auch eine Autorenn-Simulation dabei", sagt der junge Lehrer. In seiner Arbeitsgemeinschaft Schüler experimentieren" ist die Idee ausgearbeitet worden, bei der es nicht nur darauf ankommt, einen für die Schule eher ungewöhnlichen Umgang mit dem PC zu realisieren: Es geht uns nicht nur ums das Spielen selbst, sondern auch um die soziale Interaktion", erläutert Herr Gothe. Es sollen den Schülern die Möglichkeiten zur Begegnung, zum Austausch und zum Umgang miteinander geboten werden. So organisieren Mitglieder seiner AG die Verpflegung der Teilnehmer über ein kaltes Büfett und Erfrischungsgetränke. Das werden wir in einem eigenen Raum aufbauen, nur dort kann gegessen und getrunken werden. Damit ist gewährleistet, dass die Netzwerk-Computer keinen Schaden nehmen. Gleichzeitig bietet dies eine Begegnungsstätte für die Schüler." Das PC-Netzwerk selbst, das für 60 Spieler gedacht ist, wird in der Turnhalle der ERS aufgebaut, auch hier legen die Schüler selbst mit Hand an. Lehrer Marc Gothe: Die Teilnehmer können und sollen nach Möglichkeit ihre eigenen Rechner mitbringen, die Schule kann von sich aus nur etwa 15 PCs zur Verfügung stellen." Während des Abends stehen Schüler aus der Arbeitsgemeinschaft als technische Betreuer und Berater bereit. Damit wollen wir Hemmschwellen gegenüber der Technik, insbesondere bei Mädchen abbauen", sagt Herr Gothe.Für die Betreuung und Beaufsichtigung der Schüler während der Nacht ist gesorgt, mehrere Lehrer sowie freiwillige erwachsene Helfer kümmern sich darum. Der Waderner Ortsverband des Technischen Hilfswerks wird nach Herr Gothes Worten im Gymnastikraum unter der Turnhalle zudem Feldbetten aufschlagen, auf denen sich die Teilnehmer ausruhen können. Lehrer Marc Gothe und sein Schulleiter sind gespannt, wie das LAN-Experi-ment bei den Schülern ankommen wird: Meines Wissens ist das die erste LAN-Party dieser Art an einer Schule in unserem Land", sagt Herr Gothe, der selbst eher zufällig im Internet auf das Konzept einer solchen Schul-LAN-Party gestoßen ist.
(Bericht aus der SZ vom 22.05.2007)