Von der Justizvollzugsanstalt ins Kloster - eine nicht alltägliche Orientierung:

- Eine Abschlussklasse lernt fürs Leben! -

Tief beeindruckt war die Klasse 9e der Erweiterten Realschule Wadern mit ihrer Klassenlehrerin, Walli Wolbers, von einem Besuch im Gefängnis Lerchesflur in Saarbrücken. Nur einen Tag danach machte sich die Klasse 9e mit dem Pastoralreferenten, Karl-Josef Schmitt, und ihrem Religionslehrer, Peter Meiser auf den Weg ins Kloster St. Matthias in Trier. Untergebracht in den Klostermauern konnte man bei Selbstverpflegung unter der Begleitung von Bruder Matthias Ruhe zur Reflexion zunächst über das in Saarbrücken Erlebte finden. Wie schwer muss es doch für Gefangene sein, 23 Stunden täglich hinter einer verschlossenen Zellentür zu verbringen, dies Monate, Jahre, sogar ein ganzes Leben lang! Dass da jemand durchdreht, ist allzu verständlich. So merkte man sehr schnell Parallelen zum Besuch in der Psychiatrie im Herz-Jesu-Krankenhaus, wo Prof. Dr. Dr. Classen den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort stand. Die Führung durch die Station empfanden die Schüler als beklemmend - gerade auch als ein Bett zur Justierung schwerkranker Patienten gezeigt wurde. Um wie viel erbaulicher war da die Führung durch das Kloster - die Teilnahme am Gottesdienst mit den Mönchen wurde zum Höhepunkt. Ora et labora konnten die Schülerinnen und Schüler beim tatkräftigen Anpacken unter Beweis stellen, als sie auf Bitten von Bruder Matthias eine Reinigungsaktion starteten. Neben geselligen Augenblicken geriet die Abschlussreflexion und der Ausblick auf die Zukunft unter der fachkundigen Anleitung des Pastoralreferenten zu einem tiefgreifenden und hoffnungsfrohen Ereignis: wie gut, wenn Schülerinnen und Schüler die Enge von Klassenzimmern verlassen können!

Sina Becker, Klassensprecherin 9e